Chronologie des FC Wil 1900

 

1900: Gründung des Vereins als FC Stella

1902: Namensänderung in FC Fors

1907: Gründung des FC Wil

1914–1918: Kein Spielbetrieb

1920: Wiederaufnahme Wettspielbetrieb

1937: Gruppenmeister Junioren

1943: Aufstieg in die 3. Liga

1945: Aufstieg in die 2. Liga

1949: Aufstieg in die 1. Liga

1952: Aufstieg in die Nationalliga B

1954: Abstieg in die 1. Liga

1961: Abstieg in die 2. Liga

1974: Aufstieg in die 1. Liga

1975: Abstieg in die 2. Liga

1991: Aufstieg in die 1. Liga

1992: Aufstieg in die Nationalliga B

1993: Teilnahme Aufstiegsrunde Nationalliga A

1997: Schweizercup Viertelfinal

1998: Schweizercup Halbfinal

1998: Meister NLB

1999: Teilnahme Aufstiegsrunde NLA

2001: Teilnahme Aufstiegsrunde NLA

2001: Meister NLB

2002: 4. Teilnahme Aufstiegsrunde NLA und Aufstieg!

13.7.2002 Erster Sieg in der NLA 4:0 gegen Aarau

3.11.02  11:3 Sieg gegen den FC St.Gallen

2002/2003 Teilnahme an der letzten Finalrunde

12.April 2004  Schweizer Cupsieger!!!!!!!!

 

 

Die Gründung

Leider fehlen Protokolle aus der Gründungszeit. In den 20er Jahren wurde die runde Zahl 1900 aus mündlichen Überlieferungen als Gründungsjahr ausgewählt. 

Der Fussball wurde um 1900 von 2 Stricker-Praktikanten aus England nach Wil geschleppt und gewann bei den älteren Schülern und Lehrlingen schnell an Bedeutung und es wurde an Abenden und Sonntagen gekickt.

Der Fußballplatz

Einen Fußballplatz gab es in Wil natürlich noch nicht und darum spielten sie hauptsächlich auf dem harten Bleicheplatz, wo natürlich der Spielball und die Schuhe stark strapaziert und oft auch Knie und Hände «geschunden» wurden. Aber gelegentlich gaben gutmütige Landwirte ihre abgemähten Wiesen zum spielen frei und die Umkleidelokale befanden sich teils im Thurgauerhof, in der Frohburg, im Lindenhof und auch im Gemsli. Einen besseren Platz gab es erst später als die heutige Reitwiese (damals Eisbahnwiese) bei Stadtweier gemietet wurde, jedoch konnte nur vom Frühling bis Herbst Fussball gespielt werden. Als Umkleidekabine diente damals das Eisbahn-Hüsli, wobei jedoch der vorhandene Billettschalter nur von wenigen Zuschauern benützt wurde. Nach 1920 kaufte dann die Politische Gemeinde Wil die Lindengutliegenschaft und damit bot sich dem FC Wil die Gelegenheit endlich eine bleibende Stätte zu finden. Allerdings musste man sie zum damaligen unerschwinglichen Preis von Fr. 600.- pachten. Von da an hatte es der Platzwart auch leichter, denn er musste nicht alle 2-3 Wochen ein neues Feld suchen und konnte somit "seinen" Platz ausmessen, mit Sägemehl die Linien ziehen und die Goals aufbauen. Und nach zähen Verhandlungen konnte man sogar eine hundert Fränkige Gemeindesubvention herausholen.

 Den ersten Höhepunkt erreichte der FC Wil mit dem damaligen Aufstieg in die Promotionsklasse (zu vergleichen mit der heutigen Nationalliga B). Aber gleich nach Saisonende zogen einige Spieler der Promotionsmannschaft von Wil weg und andere waren schon Familienväter geworden und mussten somit dem Nachwuchs schauen. Danach fehlte es an Spielern und so hatte die folgende Hauptversammlung zu entscheiden zwischen Liquidation oder Rückzug aus dem Meisterschaftswettbewerb.

Neuanfang

Nach nur kurzen Unterbruch begann eine neue Ära mit neuem Präsidium, welche aber nicht unter dem besten Stern stand. Die damaligen «Verantwortlichen» suchten nämlich bald das Weite, nicht ohne die Hinterlassenschaft von Fr. 600.– Vereinsschulen. Um die Ehre des FC Wil zu retten, steuerten fünf Senioren den vollen Wert zusammen, ohne sie hätte der Verein nicht mehr bestehen können. 

Mobilmachung

Selbstverständlich wurde auch im FC Wil durch die Generalmobilmachung Ende August 1939 und die lang andauernde Aktivdienstzeit vieler Mitglieder der Sportbetrieb stark reduziert. Es war damals ein Glücksfall, dass gerade in dieser Zeit im Club eine ausgezeichnete erste Juniorenmannschaft für Furore sorgte. Sie wurde überlegen ostschweizerischer Meister und bildete bald darauf eine gesunde Basis für den Aufbau einer 1. Mannschaft, die eine Blutauffrischung bitter nötig hatte. Der FC Wil spielte damals immer noch in der 4. Liga, doch brauchten die Jungen zuerst ein wenig Erfahrung um die Mannschaft nach oben zu führen. 1943 wurde Wil I dann Gruppenmeister, verlor das Entscheidungsspiel um den Aufstieg unglücklich. Aber die Wiler Glückspilze schafften den Aufstieg doch noch, zwar am "grünen" Tisch, denn die 3.Liga wurde aufgestockt. 

1.Liga

Die Wiler stiegen im darauf folgendem Jahr fast ab, konnten aber aus den Fehlern lernen und stiegen 1945 in die 2.Liga auf. Jetzt begann die große Zeit für den FC Wil. Viermal nacheinander wurde Wil Gruppenmeister, immer wieder klappte es in den Aufstiegsspielen nicht nach Wunsch, bis es dann 1949 nach einer wahren Bombensaison doch hieß: Wil in der 1. Liga!

Nationalliga B

Dies war damals auch Grund genug zu einem wahren Bombenfest. Immer größer wurde in diesen Jahren die Zahl begeisterter Anhänger. Der Fußballclub war um seinen treuen Anhang wirklich zu beneiden. In dieser Zeit wurde der Sportplatz Lindengut ständig ausgebaut und verbessert. Vor Zuschauermassen von 3000 und mehr gastierten Mannschaften wie die Grasshoppers, FC Zürich, FC Bern, FC St.Gallen u.a. in Wil. Und wer erinnert sich von den älteren Fußballfreunden nicht des denkwürdigen Achtelfinals im Cup gegen den nachmaligen Cupgewinner FC La Chaux-de-Fonds, als auf steinhart gefrorenem Terrain die Wiler lange Zeit dem Sieg näher standen? Oder jenes Cupspiels in Basel, als trotz der großen Enttäuschung über den Platzabtausch Hunderte von begeisterten Schlachtenbummlern ihrer Ersten zujubelten, als sie erst nach toller Gegenwehr in einem prächtigen Kampf den A-Klassigen unterlag? Damals konnte der Clubkassier mit dem in Basel verdienten Geld, den gesamten Kostenanteil des Vereins an das famos gelungene Umkleidehäuschen bar auf den Tisch legen! Ja der FC Wil war auch außerhalb von Heimatstädtchen bekannt. Vom Erfolg getragen gehts immer leichter, für den Aktiven wie für den Anhang. Es war eine stolze Zeit in der 1. Liga Dritter, im folgenden Zweiter und im Dritten bereits Gruppenmeister, und nach erfolgreichen Finalspielen stand es in beinahe allen Zeitungen: Wil ist Schweizermeister der 1. Liga! Die Wiler Bevölkerung bereitete an jenem denkwürdigen Montagabend den Fußballern einen Empfang, der allen Teilnehmern unvergessen blieb.

Der glorreichen Zeiten und der Abstieg:

Wil war zum ersten mal in der NLB. Der Club hatte wirklich den Zenit erreicht, und in hellen Scharen kamen die treuen Zuschauer zu den Spielen, die in der Folge nicht mehr lauter Siege, aber sehr oft ganz ausgezeichneten Fussball brachten. Nach zwei ereignisreichen Saisons war die Herrlichkeit zu Ende. Wil I konnte sich nicht mehr in der NLB halten und durch den Abgang und das älter werden von vielen Stammspielern stieg man ab. Man hatte dem Nachwuchs zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt und büßte hart dafür, denn man stieg 1961 sogar in die 2.Liga ab. Der Wiederaufstieg in die höchste Amateurliga erfolgte wieder im Jahre 1974, doch bereits ein Jahr später wurde der FCW wieder in die 2. Liga relegiert.

Die Ära Gross

1991 schaffte der FC Wil unter dem Spielertrainer Christian Gross den aufstieg in die höchste Amateurliga der Schweiz. Und schon ein Jahr später konnten sich die Wiler, mit vielen begeisterten Fans, in den Aufstiegsspielen durchsetzten und schafften zum 2 mal in ihrer Clubgeschichte den Aufstieg in die 2.höchste Liga der Schweiz. 1993, ein Jahr nach dem Aufstieg konnten sich die Wiler für die Aufstiegsrunde qualifizieren, blieb aber in der NLB. Christian Gross zieht zu GC und der FC Wil spielt einige Saisons in der Abstiegsrunde, danach kommen noch einige unvergessliche Momente, z.B. als man 1997 bis in den 1/4 Final und 1998 sogar in den 1/2 Final schaffte, aber an Lausanne scheiterte, damals träumte man schon vom Cupfinal Wil - St.Gallen.

Zu dem Spiel Wil - St.Gallen kam es noch im Jahre 2001, im Frühling verloren die Wiler das Cupspiel gegen die St.Galler mit 3:1 und im Herbst bekamen die Wiler eine neue Chance, und sie nutzten sie auch. Der 3:2 Sieg wahr äußerst verdient. Nach  St.Gallen musste im 1/8 Finalspiel auch Lugano daran glauben, der damalige NLA Zweite verlor gegen die Wiler mit 2:3. Nun kam wieder einmal Lausanne und die Romands waren wiedereinmal Endstation für die Wiler. Wie sie Verloren haben ist besonders hart, denn nach dem 1:1 nach der regulären Spielzeit entschieden die Lausanner das Spiel erst im Penaltyschiessen. Als Rapo als letzter Wiler antrat, weil schon alle anderen Wiler schossen, verschoss er den Penalty und sie verloren das 1/ Finalspiel mit 10:11 n.P. 

Die Mannschaft spielte 10 Jahre in der NLB, wurde 1998 und 2001 NLB-Meister und erreichte schon 4 mal die Aufstiegsrunde (93,99,01 und 02) und beim vierten Mal hat es geklappt und die Wiler sind verdient aufgestiegen.

Das Kapitel NLA

Der grosse Bruder, FC St.Gallen, wurde in der Saison 02/03 mit einer 11:3 Packung heim geschickt und dieses Resultat ging um die ganze Welt, leider kam kurz danach das böse Erwachen aus dem Traum. Denn der Präsident Hafen wurde verhaftet, weil er Geld hinterzogen hatte und es zum Teil in den FC steckte. Nach harter Arbeit von vielen freiwilligen Wiler schaffte man dann trotz Finanziellen Problemen, ein ausgeglichenes Budget zu präsentieren und man bekam auch die Lizenz für die Saison 2003/04. 
In der ersten und turbulenten NLA Saison schaffte man es in den UI Cup und dort eliminierte man zuerst eine lettische und dann die holländische Spitzenmannschaft aus Tillburg. Aber eine Runde später war in Nantes Endstation, denn die Franzosen waren einfach eine Klasse besser.

Nachdem wieder etwas Ruhe einkehrte, übernahm der ukrainische Investor Igor Belanow ein ehemaliger Spieler der sowjetischen Natinalmannschaft und Europas Fussballer des Jahres 1986, im Sommer 2003 die Aktienmehrheit beim FC Wil AG und wechselte fast die ganze Crew aus. Diese Tatsachen produzierte bisher fast nur negative Schlagzeilen (Finanzen, häufige Trainerwechsel). Die von ihm und seinen Gefolgsleuten gegründete AG befand sich schnell im Nachlassverfahren. Der Verein FC Wil war dadurch jedoch nicht gefährdet.

Mit der Übernahme wurde Martin Andermatt im August 2003 entlassen. Belanow setzte Alexander Sawarow, einen ehemaligen sowjetischen Internationalen, als Trainer ein. Da er die UEFA-Lizenz nicht besass, wurde er im Dezember offiziell durch Joachim Müller, früher bei FC Karl-Marx-Stadt (Chemnitzer FC), ersetzt. Sawarow wurde Sportchef. Müller wurde nur drei Monate später, im Februar 2004, durch Tomas Matejcek ersetzt. Die Spieler beklagten sich über Matejceks extreme Trainingsmethoden und beschwerten sich bei Belanow. Dieser entliess Matejcek und holte wieder Joachim Müller. Als Assistent stand ihm der ehemalige Schweizer Internationale Stephan Lehmann zur Seite. Belanow zog sich zurück und im FC Wil kehrte wieder Ruhe ein. Unter dem Duo Müller/ Lehmann gewann der FC Wil überraschend den Schweizer Cup. Bei der ersten Cupfinal-Teilnahme bezwangen sie die Grashoppers Zürich 3:2.  (Spielbericht und Imperessionen) Dies ist der bislang grösste Erfolg in der ganzen Vereinsgeschichte und ebnete dem FC Wil den erstmaligen Zugang zum Uefa-Cup. Doch im gleichen Jahr steigt der FC Wil nach einer erfolgslosen Serie nach dem Cupsieg wieder in die Challenge League (ehemals NLB) ab.

Heute

Ab Sommer 2004 hiess der Trainer Walter Hörmann, der vorher den FC Vaduz, die Liechtensteiner Fussballnationalmannschaft und Austria Salzburg coachte. Der FC Wil scheiterte im Herbst 2004 knapp in der ersten Qualifikationsrunde des UEFA-Cup gegen den slowakischen Klub FK Dukla Banská Bystrica. In der Meisterschaft begann es mit einem 5:2 Heimerfolg gegen den FC Wohlen, dann aber stürzte die Mannschaft ab. Die Wiler ernteten einige Niederlagen und Wil landete auf dem 13. Platz. Auf die Saison 2005/2006 hin wurde Hörmann durch Maurizio Jacobacci ersetzt, der vorher den FC Baden trainierte. Mit ihm ereichte man immerhin den 7. Platz. Jacobacci wechselte dann zum Ligakonkurrenten Vaduz und die Wiler engagierten den jungen Uli Forte (damals 32) als Trainer.

 

 

 

Die Geschichte der Stadt Wil

Geschichten vom FC Wil im Stadtlexikon 

 

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